FEUERRESILIENZ-WALDUMBAU

Waldboden und Feuer

Ein gesunder, intensiv durchwurzelter Waldboden bildet die Grundlage für alles ober- und unterirdische Leben im Wald und ist damit essenzielle Voraussetzung auch für den feuer-resilienten Dauerwald der Zukunft.


Waldböden erfüllen zahlreiche ökologische Funktionen. Der natürliche Aufbau des Waldbodens bietet einen optimalen Lebensraum für viele Bodenorganismen, die eine komplex vernetzte Lebensgemeinschaft mit den Bäumen bilden. Waldböden leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Über zwei Milliarden Tonnen Kohlenstoff sind in den deutschen Wäldern gespeichert, mehr als die Hälfte davon im Waldboden.


Im Kontext Waldbrand hat der Waldoden entsprechend Einfluss auf die Wasserspeicherkapazität aber eben auch auf die Artenzusammensetzung der Kraut- und Strauchschicht. Im Zusammenspiel von Boden, Licht und Wilddichte kann der Bewirtschafter also direkt Einfluss nehmen ob leicht entzündliches Gras oder eine schwer entzündliche Krautschicht den Waldboden bedeckt und hiermit langfristig und großflächig Waldbrandprävention leisten.

Feuer-resilienter Waldbau bedeutet also immer auch Bodenschutz und Bodenverbesserung. Die waldbaulichen Werkzeuge hierfür sind Baumartenwahl hin zu mehr Laubbäumen im gut gemischten, strukturreichen Dauerwald, konsequente Jagdausübung.

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Waldumbau als Prävention

Die meisten Brände werden durch menschliches Handeln ausgelöst: ein Funke bei der Arbeit hier, ein Lagerfeuer da. Die Vermeidung von Waldbränden kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden. Im Folgendenden eine Übersicht , welche waldbaulichen Maßnahmen sinnvoll sind:

Laubhölzer 

Durch die Erhöhung des Laubholzanteils und somit durch den Wandel von Nadelbaum-Monokulturen hin zu laubholzreicheren Mischbeständen, wird das Waldbrandrisiko gesenkt. Dennoch wird es in einigen Gebieten mit geringen Niederschlägen und sehr armen Böden nicht möglich sein, den Anteil der Nadelholz und somit das Waldbrandrisiko langfristig zu reduzieren. In geeigneten Nadelbaumbeständen ist der Unter- und Voranbau von standortgerechten Laubholzarten ein wichtiges Ziel in der Waldbrandvorsorge. Welche Baumarten? Grundsätzlich eigen sich alle Baumarten, wenn sie entsprechend gepflegt werden (aufasten, weit gestellt, wenig Unterwuchs). Je nach lokalen Faktoren, wie z.B. Standort, Niederschlag etc,. bieten sich folgende Baumarten an:Roteiche, Traubeneiche, Berg- und Spitzahorn, Feldahorn, Linde. Oft wird die Birke erwähnt, jedoch muss festgestellt werden, dass die Birke sehr lichtdurchlässig ist und daher relativ viel feines Brennmaterial im Unterwuchs wachsen kann.

Die Traubeneiche Bilder sind freundlicherweise von @BauerBusch  (Friedel Busch ) zur Verfügung gestellt worden.

Waldumbau als Prävention

Die meisten Brände werden durch menschliches Handeln ausgelöst: ein Funke bei der Arbeit hier, ein Lagerfeuer da. Die Vermeidung von Waldbränden kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden. Im Folgendenden eine Übersicht , welche waldbaulichen Maßnahmen sinnvoll sind:

Waldbrandriegel

Eine weitere klassische Präventionsmaßnahme ist die Anlage von Waldbrandriegeln. Ein Waldbrandriegel ist eine ca. 100 bis 300 Meter breite Fläche, die mit brandhemmenden (Laub-) Bäumen, Sträuchern sowie brandhemmender Bodenvegetation bewachsen ist. Ein Waldbrandriegel soll im Brandfall auflaufende Vollfeuer in leichter zu bekämpfende Bodenfeuer umwandeln bzw. die Ausbreitung von Bodenfeuern verhindern sowie der Feuerwalze ihre Energie entziehen.

Schutzstreifen 

Schutzstreifen sind ca. 20 bis 30 Meter breite, mit Bäumen bestandene Flächen, die von leicht brennbarem Material (Reisig, Gestrüpp, Dürr- oder Rechtholz) befreit sind. Schwache und trockene Bäume werden entfernt, sowie verbleibende Nadelbäume auf eine Höhe von vier Metern geastet. Zur Etablierung der Schutzstreifen wird das feine Brennmaterial entfernt, z.B. mit einer ferngesteuerten Mulchraupe mit sehr geringem Bodendruck (Ein Beispiel dafür hier,  im Rahmen der WKR etablierten Demonstrationsfläche).  Je nach Standort und Lichteinfall muss dies regelmäßig wiederholt werden. Durch die geringe Brennstoffmenge und fehlende Feuerbrücken wird verhindert, dass ein Bodenfeuer den Kronenraum entzünden kann. Diese Schutzstreifen liegen ein- oder beidseitig zwischen Straßen oder Bahnlinien und den im Folgenden genannten Wundstreifen.

Wundstreifen

Wundstreifen sind von brennbarem Material und humosen Oberboden freizuhaltende Flächen von über einem Meter Breite. Sie laufen ein- oder beidseitig entlang von Hauptwegen, Straßen oder Bahnlinien. Durch das Pflügen eines Wundstreifens wird das Durchlaufen eines Bodenfeuers verhindert. Durch wiederholtes Eggen oder Pflügen in der Waldbrandsaison wird die Funktion des Wundstreifens aufrechterhalten. Entlang von landwirtschaftlichen Stilllegungsflächen und abgeernteten Getreidefeldern werden in Mecklenburg-Vorpommern ab Waldbrandwarnstufe 2 ebenfalls Brandschutzstreifen durch Umpflügen angelegt.

Mit Material von waldwissen.net und agrarheute.com

Eine Übersicht zu Grundlagen von Feuerfaktoren und Brennmaterial findet sich hier