Bekämpfung von Bodenfeuer – mehr als nur heiße Luft?

Wasser als effektives Löschmittel von Vegetationsbränden ist allgemein bekannt und es wird viel Aufwand betrieben um ausreichend schnell und genug Wasser zu Einsatzorten in der Landschaft zu befördern.



Weniger bekannt sind Methoden der Feuerbekämpfung durch Entzug von Brennmaterial, z.B. durch die Anlage von Schneisen und Wundstreifen. Vorzugsweise geschieht dies vor der Waldbrandsaison, kann aber natürlich auch in der indirekten Feuerbekämpfung zur Anwendung kommen.



Fast gar nicht bekannt, zumindest in Zentraleuropa, ist die Verwendung von Luft, genauer gesagt von leistungsfähigen Laubblasgeräten, vorzugsweise rückentragbar. Laubbläser kommen jedoch von China über Südarfrika bis Italien und Großbritannien erfolgreich zum Einsatz. Im South Wales Fire and Rescue Service gehört das BR800 z.B. im Sommer zur Standardbeladung der Feuerwehrfahrzeuge. Es sollte also auch bei uns durchaus brauchbar sein. Im WKR Projekt (und auch schon vorher!) nutzen wir rückentragbare Blasgeräte seit Jahren sehr erfolgreich.



Leistungsstarke Laubbläser können den Flammenabriss bewirken, also im wahrsten Sinne die Flamme ausblasen, die Flamme von Brennmaterial trennen und vor der Feuerfront auch Brennmaterial entfernen. Naturlich nicht in allen Vegetationstypen, aber doch eben sehr oft und mit vergleichbar wenig Aufwand.

In koordinierter Zusammenarbeit mit einer Rucksackspritze (folgt dem Blasgerät und löscht bei Bedarf nach) kann so mit ein oder zwei Blasgeräten schon sehr viel feuersaum eines Bodenfeuers bekämpft werden, bis die Wasserversorgung steht. Gerade die Rückseite und die Flanken eines Vegetationsbrandes können durch Einsatz von Blasgerät, Rucksackspritze (und anderen Handwerkzeugen) und z.B. Mulchraupe (andere landwirstchafliche Geräte) wirksam bekämpft werden; und für den Wassertransport benötigten Ressourcen für andere Aufgaben frei.



Der Laubbläser im Einsatz an der Demofläche

Die Anwendung eines Blasgerätes zur Waldbrandbekämpfung bedarf einer Einweisung von ca. 30 Minuten. Im Einsatz merkt man dann schnell was funktioniert und was eben nicht, dies idealerweise natürlich zuerst beim Kontrollierten Brennen im Naturschutz zum Beispiel oder an ausgewiesenen Demonstrationsflächen.




Photo und Videos: A. Held / South Wales Fire and Rescue Service