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Tragedy Fires- Der Faktor Mensch: International wildland fire safety summit

14. Juli 2021
4 Min. Lesezeit

Anlässlich des 16. International Wildland Fire Safety Summit am 25. Mai wurde Lindon eingeladen einen Vortrag zu halten über den “Faktor Mensch” im Kontext von tödlichen Einsätzen bei Waldbränden


Foto: L. Pronto.


Durchschnittlich sterben jedes Jahr mehr als 250 Menschen an den Folgen von Waldbränden[1]. Eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Verletzungen und Todesfällen betrifft Feuerwehrleute. Auch wenn diese Zahlen im Vergleich zu anderen Naturkatastrophen relativ niedrig erscheinen, sind Waldbrände die einzige Naturkatastrophe, die wir weitgehend verhindern, vorhersagen und kontrollieren können. Wenn also Menschen an den Folgen der Einsätze sterben, gibt es eine klare Liste von Faktoren, die für einen tragischen Ausgang verantwortlich sind und die man im Einsatz in der Regel vollständig unter Kontrolle hat. Die Milderung dieser Faktoren, macht die Waldbrandbekämpfung zu einer "Organisation mit hoher Zuverlässigkeit".

Dies ist der Grund, warum die Waldbrandbekämpfung disziplinübergreifend untersucht und vom einflussreichen Organisationstheoretiker Karl E. Weick hervorgehoben wird. Diese Perspektive wird allerdings auch heftig diskutiert, denn wir lernen nur sehr langsam aus den Fehlern der letzten Zeit und unserer Herangehensweise an die Waldbrandbekämpfung. Das Ergebnis ist, dass wir eine zunehmend starke Entwicklung an Todesfällen und Verletzungen bei Feuerwehrleuten beobachten, trotz der technologischen Fortschritte und den daraus gegebenen Möglichkeiten der Kommunikations- und Sicherheitspraktiken.

Es gibt vier sogenannte „gemeinsame Nenner“ bei Waldbränden, die zum Tod von Feuerwehrleuten führen, die weithin in der Praxis gelehrt werden (der Schwerpunkt liegt in den USA, aber diese Materialien werden weltweit verbreitet):

1. Bei relativ kleinen Bränden oder trügerisch wirkende, ruhige Bereiche bei großen Bränden

2. Brände, die in relativ leichten Brennstoffen wie Gras oder leichtem Gestrüpp brennen

3. Unerwartete Änderungen der Windrichtung oder -geschwindigkeit

4. Feuer reagiert auf topografische Bedingungen und läuft bergauf.


Foto: Unbekannt.


Während meiner Zeit als Firefighter in den USA, begannen meine Kollegen und ich mit einigen Voruntersuchungen, um die menschlichen und umweltbedingten Faktoren bei solchen tragischen Bränden besser zu verstehen. Daraufhin beschrieben wir fünf weitere häufig auftretende Faktoren, die zum Tod von Feuerwehrleuten beitragen. Dazu gehörten:


1. Wenn es zu einem Zusammenbruch der Kommunikation kommt und wichtige Informationen nicht gegeben oder empfangen werden (Watchouts #5-7)

2. Wenn unverbrannte Vegetation die Einsatzkräfte vom Hauptfeuer (indirekte Feuerlinie) oder einem gut etablierten Flugfeuer („Spotfire“) trennt (Watchout #11)

3. Wenn Fluchtwege und Sicherheitszonen unzureichend sind, um extremen oder unerwartetem Brandverhalten standzuhalten (Watchout #3)

4. Wenn der "vor meiner Haustür-Vertrauensfaktor" die Entscheidungsfindung beeinflusst, z. B. bei der Festlegung von (aggressiven) Taktiken oder Auslösepunkten.

5. Während des Einsatzes in der Hauptbrandzeit zwischen 13.00 und 18.00 Uhr.


Unabhängig von dieser Liste, entwickelte auch ein Hotshot Superintendent in Montana eine ähnliche Aufstellung. Kürzlich habe ich mich mit Matt Holmstrom, jetzt Regional Risk Management Officer für den U.S. Forest Service / Bureau of Land Management, ausgetauscht, um die „menschlichen Faktoren“, die zu tödlichen Einsätzen führen können, noch stärker hervorzuheben. Seine ursprüngliche Liste umfasste folgende Punkte:


1. Weniger als 2 Jahre Erfahrung, 13-17 Jahre Erfahrung.

2. Einsatzkräfte werden meistens vom Feuer eingeschlossen zwischen 1448-1642 auf (sowie nr. 5 oben)

3. Zu viele Hüte tragen / Schlecht definierte Führung.

4. Erstangriff zu lange/erweiterte Angriffsübergänge.

5. Frühere Unfälle oder Beinahe-Unfälle.

6. Konflikte im Einsatz.

7. Im Erstangriff oder Rückkehr in die Sicherheit - einzelner Fluchtweg.

8. Kommunikationsmängel, Fehlkommunikation oder keine Kommunikation.


Unsere vorläufigen Untersuchungen (die aus einer Literaturrecherche und einer kritischen Bewertung von Ereignissen bestand, um Daten zu sechs Bränden mit Todesfolge zwischen 1994 und 2013 mit insgesamt 45 Todesfällen zu sammeln) deuten darauf hin, dass diese klassisch-gelehrten Faktoren möglicherweise kein vollständiges Bild davon zeichnen, warum es zu tödlichen Einsätzen kommt, und dass menschliche Faktoren eine noch größere Rolle bei Todesfällen und Verletzungen spielen können. Zusätzliche Faktoren sollten sorgfältig berücksichtigt und sofern möglich, abgemildert werden; weitere Forschung ist notwendig und einige der Einsatzregeln wurden seit 70 Jahren nicht mehr überarbeitet. Kommunikationspannen, die Tageszeit des Feuerwehreinsatzes, das Erfahrungsniveau oder ein "vor meiner Haustür-Vertrauensfaktor" führen unverhältnismäßig häufig zu Tod und Verletzungen, wenn Feuerwehrleute in ihrer eigenen Gemeinde im Einsatz sind (In den USA verbringen Wildland Firefighters die meiste Zeit ihres aktiven Dienstes weg von ihrer Heimateinheit oder in einem anderen Bundesstaat).


Viele sehen die USA als führend in Bezug auf operative Effizienz, Effektivität und Sicherheit in der globalen Wildland-Feuerwehrgemeinschaft an. Doch die USA haben auch die höchste Anzahl an Todesfällen und Verletzungen im Zusammenhang mit der Waldbrandbekämpfung. Dafür gibt es viele Gründe, aber es ist klar, dass es an der Zeit ist, die Art und Weise, wie Feuerwehrleute ausgebildet werden, neu zu bewerten und Änderungen vorzunehmen sind, die auf den Erkenntnissen der tragischen Unfälle der letzten Jahrzehnte basieren. An der Ausbildung und taktischen Ansätzen in der Waldbrandbekämpfung hat sich seit den 1990er Jahren dennoch nur wenig geändert. Zusätzlich, während Feuerwehrleute, die in den Flammen verbrennen, oft die meiste Aufmerksamkeit erhalten, gibt es einige sehr ernste Faktoren die „still und leise“ töten und daher weitgehend unbeachtet geblieben sind - wie akute und langfristige gesundheitliche Auswirkungen der Arbeit – z.B:


  • Laut Nelda St. Clair (BLM) haben Wildland-Firefighters eine Selbstmordrate von 0,3%, eine erschreckend hohe Zahl im Vergleich zur nationalen Selbstmordrate von 0,01%... das ist eine 30-fach höhere Selbstmordrate als die allgemeine US-Bevölkerung. In den Jahren 2015 und 2016 nahmen sich insgesamt 52 Wildland Firefighter das Leben.

  • Domitrovich et al. (2017) schätzen, dass ein Feuerwehrmann in einer 10-jährigen Karriere ein um 22 bis 24 Prozent erhöhtes Sterberisiko durch Herzkrankheiten, Lungenkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat, verglichen mit einer Person ohne Rauchbelastung. Nach 20 Jahren liegt das Risiko bei 25 bis 39 Prozent.

  • Insgesamt war der Zweck unserer Präsentation, die Aufmerksamkeit auf diese wichtigen Themen zu lenken und dafür zu plädieren, dass mehr in die Forschung und in Änderungen der grundlegenden Ausbildungsansätze investiert wird.


[1] Pronto, Lindon N., Beltrán, Esteban, and Goldammer, Johann Georg. GFMC / UNISDR Global Wildland Fire Network Bulletin – “11th Annual Global Wildland Fire Fatalities and Damages Report – 2018”. Issue No. 24 (# 1 / 2019 – 15 September 2019). The Global Fire Monitoring Center. https://gfmc.online/wp-content/uploads/GFMC-Bulletin-01-2019.pdf

 
 
 

10 Kommentare


Karson Paul
10. Sept.

This is a very informative and thought-provoking discussion on the human factors involved in wildfire safety. The points about communication, decision-making, experience, and proper preparation show how important human judgment can be during high-risk situations. It is also a good reminder that learning from past incidents can help improve future safety practices. As students explore different subjects and manage academic challenges, resources such as Online Assignment Help Australia  can also provide useful guidance and support for better learning and research.

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“Tragedy Fires – Der Faktor Mensch: International Wildland Fire Safety Summit” highlights the importance of human awareness, preparation, and responsible decision-making in preventing devastating wildfires. International collaboration and knowledge sharing can help communities and professionals improve safety strategies and reduce risks during extreme fire events. The discussion also demonstrates how attention to detail matters across different professional fields. For example, businesses that need to digitizing a logo for embroidery rely on skilled professionals to accurately convert artwork into clean, machine-ready embroidery files. Precision, planning, and quality control are essential whether the goal is improving fire safety or producing reliable embroidery results.

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bros football
03. Sept.

I usually play core ball for a few minutes between other tasks. The simple shooting mechanic makes it easy to start immediately, but the limited space around the rotating circle keeps things interesting.

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Scott Burke
Scott Burke
18. Aug.

This is a very informative and thought-provoking discussion on the human factors involved in wildfire safety. The points about communication, decision-making, experience, and proper preparation show how important human judgment can be during high-risk situations. It is also a good reminder that learning from past incidents can help improve future safety practices. As students explore different subjects and manage academic challenges, resources such as Online Assignment Help Australia  can also provide useful guidance and support for better learning and research.

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iamitan
08. Jan.

Sehr eindrücklicher Beitrag. Gerade der Hinweis auf den „Faktor Mensch“ zeigt, wie komplex das Thema tatsächlich ist – und dass es nicht nur um Technik oder Ausrüstung geht, sondern vor allem um mentale Belastung, Erfahrung, Kommunikation und Entscheidungsdruck. Viele dieser Punkte werden im öffentlichen Diskurs kaum wahrgenommen, obwohl sie nachweislich Leben kosten können.

Interessant finde ich auch den Vergleich zwischen klassischen Lehrmaterialien und den späteren Analysen – besonders wie Kommunikationsfehler, Tageszeit und Erfahrungslevel unterschätzt wurden. Dass die Ausbildung seit Jahrzehnten kaum angepasst wurde, wirkt fast absurd, wenn man die Daten betrachtet. Genau wie bei Ausrüstung im Feld: man kann tausend Hightech-Tools haben, aber wenn man im entscheidenden Moment mental überfordert ist, hilft es wenig – so wie ein Gewebe Reparaturband,…

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